WAZ
2018.01.17
 
Kiki Immanuel ist beim FC Kray plötzlich wieder aufgetaucht
 
Routinier kickte schon in der Jugend für Kray. Mit dem Klub stieg er in die Regionalliga auf. Nun spielt er dort eine ganz besondere Rolle.

Die Krayer Karriere von Kiki Immanuel erinnert ein bisschen an Sisyphos. Die griechische Sagenfigur versucht immer wieder vergeblich, einen Fels den Berg hoch zu wälzen. Immanuel hatte es mit seinem Fels schon bis auf den Gipfel geschafft – als Kapitän führte er die Fußballer des FC Kray einst aus der Landes- bis in die Regionalliga. Doch in seiner Abwesenheit ist der Stein wieder ins Tal gerollt.

Immanuel ist ein Kämpfer. Nie wurde es deutlicher, als er außerhalb des Fußballplatzes zweimal eine bösartige Tumor-Erkrankung des Lymphsystems (Morbus Hodgkin) besiegte. Mit bald 34 Jahren ist er nun wieder zurück in Kray. Und Kray zurück in der Landesliga. „Das ärgert einen natürlich, wenn man bedenkt, wie viel Herzblut man investiert hat, um aus der Liga rauszukommen“, sagt Dominik Immanuel, den jeder nur Kiki nennt. In der Krayer F-Jugend gab es schlicht zu viele Dominiks.

Immanuels fußballerische Karriere schien eigentlich ein Ende genommen zu haben, still und traurig zugleich. In der vergangenen Saison spielte er zunächst für den Heisinger SV in der Kreisliga – zeitlich passte es dort nicht. Im Winter ging es zu Katernberg 19 weiter. Der Verein stieg ab. „Es tut mir leid, wie das in Katernberg gelaufen ist. Rückblickend war das für alle ein Missverständnis“, sagt Immanuel.

Die Stationen eines Wandervogels passen eigentlich auch gar nicht zu ihm. Viele Jahre war Immanuel das Gesicht des FC Kray. Als der Verein märchenhaft von der Landes- bis in die Regionalliga aufstieg, war er der Fixpunkt. Jeder Angriff lief damals über den Mittelfeldspieler mit der Nummer 13. Ein Spielertyp wie Stefan Effenberg: ein Stratege der anpackte, einsteckte und austeilte.

Doch im Sommer 2016 hatte Immanuel mit dem Verein abgeschlossen, nachdem er zuletzt Co-Trainer der zweiten Mannschaft beim FC Kray gewesen war. „Wir hatten in dem Jahr keine Unterstützung vom Verein. Als Nils Kretschmar als Trainer aufgehört hatte, hat dann leider niemand mit mir das Gespräch gesucht.“
In Kray passte nicht mehr viel zusammen

Insgesamt passte in dieser Zeit in Kray nicht mehr viel zusammen. Spieler und Trainer kamen und gingen immer schneller. Dabei ging die größte Krayer Qualität verloren: Der Teamgeist und die Identifikation mit dem Verein. Diese Zeit will Immanuel nicht bewerten: „Dafür war ich zu weit weg. Aber dass die Oberliga nicht gehalten werden konnte, ist traurig.“

Dass er jetzt doch wieder für den FC Kray aufläuft, liegt an einer Person: Hartmut Fahnenstich. Der Sportliche Leiter ist zum zweiten Mal an der Buderusstraße tätig. Beim ersten Engagement wirkte er zu Zeiten des Krayer Aufstiegs geräuschlos aber erfolgreich hinter Trainer Dirk Wissel. „Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen“, erzählt Immanuel. „Für mich war klar: Wenn ich den Hartmut unterstützen kann, mache ich das.“

Eigentlich waren Einsätze in der Landesliga gar nicht geplant
Immanuel konnte – wenn auch eigentlich als Führungsspieler bei der Krayer Reserve in der Kreisliga A. Doch als im Landesligakader Spieler um Spieler ausfiel, rückte Immanuel auf. Erst nur fürs Training, dann kamen die ersten Einwechslungen und die beiden letzten Partien des Jahres spielte er als Innenverteidiger über die volle Distanz.

„Eigentlich war gar nicht geplant, dass ich zu Einsätzen komme“, erzählt Immanuel. Er macht gerade seinen Industriemeister mit Schwerpunkt Logistik, da ist die Zeit fürs Training knapp. „Und der Körper sagt auch manchmal Nein“, sagt er lachend.
Charakter kann man mit keinem Geld der Welt einkaufen

Doch in der hochveranlagten Krayer Mannschaft ist ohnehin vor allem Immanuels Erfahrung gefragt. „Die Truppe, die Kray jetzt hat, ist nicht schlechter als wir damals“, ist sich Immanuel sicher und fügt hinzu. „Aber Charakter kann man mit keinem Geld der Welt einkaufen.“

Immanuel soll seinen Charakter an die Mannschaft weitergeben. Vielleicht schafft er es dann zum Karriereende doch noch einmal mit seinem Fels auf den Gipfel.
 
Andreas Neuhaus
 
 
 

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